Es wird mal wieder Zeit für einen neuen Eintrag.
Carnival findet hier zur selben Zeit statt, wie auch in Deutschland, nur ganz anders… Es ist eher wie in Rio, private “Bands” designen Kostüme die nur wenig mehr als Badebekleidung darstellen, und da kauft man sich dann ein. Je nach Band, der Name kommt daher, dass die früher alle eigene Steeldrumbands mitlaufen hatten, hat man deutlich unterschiedliche Erwartungen. Auf vielerlei Anraten hatten wir uns für Harts entschieden, bei denen die Sicherheit gewährleistet sein sollte, und auch die Austattung an Kostümen und dem Drumherum (Musik-LKW, Toiletten-LKW usw.) am meisten zu bieten hat. Im Nachhinein betrachtet wären die anderen Bands nicht unsicherer gewesen, und Toilettengänge kann man sich auch vergolden lassen
Trotzdem hatten wir viel Spaß dabei, man läuft zwei Tage lang, bzw. so lange man durchhält durch Port of Spain, auf festgelegten Routen und feiert. Dabei sind dann wesentlich mehr Leute, die mitmachen, als Zuschauer. Aber wir haben selbst für Zuschauer gesorgt, perfektes Timing haben Arno und Benni bewiesen, die just einen Tag vor Carnivalbeginn angereist sind.
Die Nacht auf Dienstag wollten wir alle ganz im Nordwesten in Chaguaramas verbringen, um Fahrzeit zu sparen, da jedoch gerade Trockenzeit ist, und es hier seit 10 Wochen nicht geregnet hat, wurde uns beim Check-In direkt gesagt, dass es leider kein Wasser gibt, und wir kostenfrei stornieren dürfen. Was wir auch direkt getan und uns auf den überraschend staufreien Weg nach Hause gemacht haben. Am Dienstag ging es dann schon viel früher los, und wir konnten unsere Kostüme nun vor einer Jury vorführen. Und im TV… Da ich beim Kostüm, wenn man schon mitmacht, auch alles probieren wollte, war ich die einzige in unserer Gruppe mit dem großen Kopfschmuck, was viele Schnappschüsse nach sich zog. Wie gesagt, wir hatten viel Spaß in den zwei Tagen, und nachdem Jan und ich uns aus Schlafmangel schon kurz nach Mittagszeit wieder auf den Heimweg gemacht haben, sind unsere Gäste noch auf ein paar Hopfenkaltschalen länger dem Carnivalfieber erlegen. In den nächsten Tagen konnten dann viele Bilder ausgewertet werden *kicher
Inzwischen ist mein Bauch natürlich noch deutlich größer geworden, die ersten Babyutensilien sind bereits im Schrank und wo man sie sonst noch braucht, es geht auf die letzten 2 Monate zu. Ist etwas unwirklich, wie klein die Strampler sind. Ich bin mal gespannt, im Bauch fühlt sie sich jedenfalls schon deutlich größer an. Aber weiterhin ist alles in bester Ordnung, bis auf ein paar Rippenschmerzen, wenn ich zu lange sitze hab ich keine Probleme, selbst nachts kann ich ohne Probleme schlafen, obwohl Schlaflosigkeit auf vielen Listen ganz oben steht. Selbst Clubbesuche können noch stattfinden, obwohl ich in einen aufgrund des Kugelbauches tatsächlich nicht mehr reingelassen werde. Zum Glück ist direkt um die Ecke noch ein Anderer
Was haben wir noch erlebt? Wir waren auf einer Pirateninsel im Nordwesten der Insel, das war eine Teambuildingmaßnahme von Jans Firma, und war ein interessanter Ausflug, auf der Insel gab es auch eine große Höhle, mit einem großen Süßwasservorkommen, vielen Stalakmiten und Stalaktiten und lustig glitzernden Steinen. In der Höhle wurde uns noch von einer anderen Höhle im Landesinneren erzählt, die zu den bedeutendsten Fledermaushöhlen der Welt zählt. Aber dazu später mehr.
Als nächsten Gast konnten wir dann Martin begrüßen, der hier tatsächlich einfach Urlaub machen wollte. Trotzdem haben wir natürlich was von der Insel erkundet. Ganz besonders beeindruckend war eben die Fledermaushöhle, in Martins Reiseführer stand, dass man die ohne Guide nicht finden kann, und so haben wir uns um einen bemüht und sind fündig geworden. Gründonnerstags gings dann los, morgens erst zu den Blue Basin Falls, Mittags in eine große Shopping Mall, in der man sehr lecker Japanisch Essen gehen kann, der Koch brutzelt alles was man bestellt hat direkt am Tisch. Und im Anschluss haben wir uns mit Snake getroffen. Der hat uns zur Fledermaushöhle geführt, und wir waren froh, dass wir nicht versucht haben den Weg ohne ihn zu finden. Oben am Höhleneingang angekommen ging es auch direkt los. Während wir unterwegs nur vereinzelt ein paar Fledermäuse gesehen haben, kam nun ein endlos scheinender Strom aus dem Höhleneingang heraus. In der Höhle leben wohl mehr als 3 Millionen (!) Fledermäuse. Wir standen sprachlos davor, haben versucht das auf Fotos zu bannen, doch nur ein Video kann es einigermaßen wiedergeben. Nach einer Viertelstunde sind wir zu einer weiteren Öffnung der Höhle gegangen, durch die man auch hineinkonnte. Und da hingen noch unendlich viele direkt an der Decke, vom Licht etwas irritiert machten auch diese sich dann auf den Weg nach draußen in die Dämmerung. Wieder am ersten Eingang angekommen hatten wir vermutet, dass es langsam weniger wird, aber ganz im Gegenteil, der Strom der fliegenden Mäuse war noch viel dichter geworden, manchmal wurde man von einer gestreift oder hat ihren Windhauch gespürt. Ein einmaliges Naturereignis, dass sich dort aber jeden Abend abspielt.
Nach einer ganzen Weile haben wir uns auf den langen Rückweg gemacht, und sind abends erschöpft in die Betten gefallen.
Karfreitag haben Martin und Jan eine Männertour zu einem Wasserfall gemacht, ich wollte meinem Rücken ein wenig Entspannung gönnen, und habe den Tag gemütlich mit Lesen verbracht. Ich hoffe Euch trotzdem bald ein paar Bilder dieses Ausflugs zeigen zu können. Am Samstag haben Martin und ich uns den PitchLake angeschaut, diesmal sogar mit Führer, und haben noch ein paar neue Sachen gelernt. Im Anschluss haben wir Jan von der Baustelle abgeholt, und schick gemacht und sind Abends nochmal ein bisschen Tanzen gewesen. Der nächste Tag bestand nur darin Martin zum Flughafen zu bringen. Ansonsten haben wir schön gefaulenzt… =)
In unserem Garten haben sich inzwischen ein paar Katzen angesiedelt, wohl weil wir die einzigen unter unseren Nachbarn sind, die keinen Hund halten. Ein Fütterungsversuch ist zwar für die Katzen gut, für mich eher ungut ausgegangen, da ich gelernt habe, dass meine Allergie weit entfernt von “angenehm aushaltbar” ist. Und ohne Antiallergikum macht es noch weniger Spaß. Das Kapitel ist also auch schneller beendet gewesen als mir lieb war. Aber immerhin haben wir rausgefunden, dass Whiskas hier das günstigste Katzenfutter ist. Das versteht kein Mensch, aber muss ja auch nicht unbedingt.
In Sachen Uni gehts bei mir nun auch wieder voran, habe einen Raum, in dem es kein Internet gibt, und ich dadurch deutlich konzentrierter arbeiten kann als zu Hause, was tatsächlich funktioniert.
Zudem werde ich noch meinen Englisch-Test vorbereiten, am 8.5. steht er an um der Uni zu zeigen, dass ich genug Englisch kann, um meinen PhD hier wirklich machen zu können. Aber ich denke das sollte kein Problem sein. (3x Holz) Jedenfalls meinte mein Supervisor, dass ich aufgrund des Creolischen Englischs, das hier gesprochen wird, wohl eher den Leuten das Schulenglisch beibringen kann. Ich bin gespannt. Ergebnisse gibts dann aber erst Mitte Juni, und ich denke, dass bis dahin noch mehr Neuigkeiten zu berichten sind
Macht Euch einen schönen Frühling, der Sommer kommt bestimmt